Umfragen unter den Kulturschaffenden zu Covid-19

 

Ergebnis unserer Befragung zu genutzten Covid19-Hilfsmaßnahmen

Künstler:innen der Freien Szenen in Sachsen sehen sich durch die Covid-19-Pandemie existenziell gefährdet. Das ergibt unsere Umfrage, die bis Ende Juli 2020 stattfand. 
Die Hälfte der Befragten verzeichnet durch geringere Honorare und weniger Aufträge hohe finanzielle Einbußen. 42 Prozent erhält derzeit gar keine Honorare oder Aufträge.

Die Hilfsmaßnahmen vom Bund und Freistaat Sachsen greifen durchaus: Die Hälfte der Befragten gab an, Soforthilfen des Bundes oder des Freistaates Sachsen beantragt oder in Anspruch genommen zu haben. Stipendien vom Bund, vom Freistaat Sachsen und der Kommunen beantragten oder erhielten 46 Prozent der Befragten, Soforthilfe-Programme der Kommunen beantragten oder nutzten 29 Prozent, während 3 Prozent Kredite aufnahmen. 28 Prozent beantragten staatliche Sozialleistungen. 25 Prozent nahmen finanzielle Hilfe aus dem Familienkreis in Anspruch.

Die Befürchtung, dass sehr viele freie Theatermacher:innen in Hartz IV abgedrängt würden, scheint sich zumindest bei den an der Umfrage Teilnehmenden nicht zu bestätigen. Die Zukunftsaussichten seien jedoch von Verunsicherung geprägt: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, in nächster Zeit finanzielle Unterstützung beantragen zu wollen, da ihre Auftraggeber:innen aufgrund finanzieller Schwierigkeiten durch die Covid-19-Pandemie in ihrem Fortbestand gefährdet seien. 57 Prozent können derzeit Aufgaben ihrer Tätigkeiten nur sehr stark eingeschränkt ausführen. Bei 37 Prozent der Befragten ruht ihre berufliche Tätigkeit gegenwärtig sogar. 52 Prozent befürchtet, dass sie selber oder ihre Kolleg:innen in den freien darstellenden Künsten ihren derzeitigen Job verlieren werden. Beteiligt haben sich an der Umfrage 93 freie Theatermacher:innen aus allen Regionen des Freistaates Sachsen. 

 

Ergebnis unserer Befragung freier Künstler:innen, freier Ensembles und Theaterhäuser 

Wir haben in unserer Umfrage den Verlust von Eintrittsgeldern, gecancelten Gastspielen, abgesagten künstlerischen Projekten und verlorenen Einnahmen durch nun fehlende Angebote in der kulturellen Bildung abgefragt. Beteiligt haben sich an unserer Umfrage 187 Theater, Ensembles und Einzelkünstler:innen des Freistaat Sachsens. 

Zusammengerechnet muss festgestellt werden, dass bis zum 20. April 2020 der bei den Teilnehmer:innen an der Umfrage zu erwartende Gesamtverlust bei einer Million Euro liegen wird. Bis zum 30. Juni 2020 verlieren die an der Umfrage beteiligten sächsischen Künstler:innen bei einem Aufrechterhalten des Veranstaltungsverbotes sogar bis zu 2,4 Millionen Euro. 

Aufgrund der prekären Einkommensverhältnisse und der überwiegenden Solo-Selbstständigkeit mit keinerlei vertraglicher Absicherung und nur geringer öffentlicher Förderung schmerzen die durch die COVID19-Pandemie zu erwartenden Einnahme-Ausfälle sehr. Sie führen kurz- und mittelfristig mit dem zu erwartenden Übergang vieler Künstler:innen in Grundsicherung zwangsläufig zur Aufgabe der künstlerischen Tätigkeit und damit zum Verlust der zweiten Säule sächsischer Theaterkunst.